„Was sind die Voraussetzungen für das Projekt? Welche Aspekte haben Einfluss auf die Planung und inwieweit wird der Schutz von Natur und Umwelt berücksichtigt? Hier erfahren Sie mehr...”

Angaben zur geplanten Anlage

  • Betrieb der Anlage weitestgehend innerhalb der bisher genutzten Flächen, kaum zusätzlicher Flächenbedarf
  • Verkehrstechnische Anbindung über vorhandene Zuwegung geplant
  • Einlagerungsvolumen: ca. 860.000 m³; Laufzeit ca. 12 - 14 Jahre
  • Abfallarten (173 Abfallarten insgesamt, davon 11 gefährliche):
    Abfallarten, die den Zuordnungswerten zur Deponieklasse I gem. der Deponieverordnung entsprechen
    (siehe auch Deponieklassen und Sichere Entsorgung)
  • Einzugsgebiet: Kreis Coesfeld sowie angrenzende Bereiche

Deponiebetrieb

  • Weiternutzung der vorhandenen Betriebseinrichtungen innerhalb des 1. Bauabschnittes
  • ständige Personalpräsenz vor Ort
  • Anlieferungsfrequenz: ca. 25 LKW pro Tag
  • Kontrollsystem in Abstimmung mit der Genehmigungsbehörde

Annahmekontrolle und Abfallablagerung

Abfallannahme

Pflichten des Betreibers - Annahmekontrolle:

  • Prüfung, ob für den Abfall die grundlegende Charakterisierung vorliegt
  • Feststellung der Masse, des Abfallschlüssels und der Abfallbezeichnung gemäß Abfallverzeichnis-Verordnung
  • Kontrolle der Unterlagen auf Übereinstimmung mit den Angaben der grundlegenden Charakterisierung
  • Kontrolle auf Aussehen, Konsistenz, Farbe und Geruch, die in begründeten Einzelfällen auch beim Einbau des Abfalls erfolgen kann.

Pflichten des Betreibers - chemische Kontrolle:

  • Anlieferungsbeginn:
    nicht gefährliche Inertabfälle: nach 500 t Kontrollanalyse
    gefährliche Abfälle: nach 50 t Kontrollanalyse
  • Regelmäßige Anlieferung:
    Kontrolle bei jedem Verdacht
    nicht gefährliche Inertabfälle: nach 5000 t Kontrollanalyse
    gefährliche Abfälle: nach 2500 t Kontrollanalyse; mindestens aber jährlich
  • Zusätzlich Untersuchungen des Erzeugers:
    Untersuchung auf Schlüsselparameter je 1.000 t angeliefertem Abfall, aber mindestens jährlich

Abfall- und Sickerwasserkontrollsystem

Die Verfüllung der geplanten Deponie Dülmen Rödder ist in vier Schüttphasen vorgesehen. Im Randbereich dieser vier Schüttphasen ist je ein gesonderten Deponieabschnitt (Sonderfläche) vorgesehen. Innerhalb dieser gesonderten Deponieabschnitte werden Abfälle bzw. Abfallarten, die nach den gesetzlichen Vorgaben zur Einstufung von Abfällen als gefährlich klassifiziert werden müssen, abgelagert.

Abfallkatalog der geplanten Deponie Dülmen

Die abgelagerten Materialien im Bereich der Sonderflächen werden arbeitstäglich mit bindigem Bodenmaterial abgedeckt. Die Abdeckung reduziert zum einen die Elution von Schadstoffen aus den abgelagerten Materialien und unterbindet möglicher Staubverwehungen.
Zur Sickerwasserfassung werden innerhalb der Dränageschicht des Basisabdichtungssystems 8 Sickerwasserfeldsammler angeordnet, über die das gefasste Sickerwasser der jeweiligen Sickerwassersammelleitungen zugeführt wird.
Es werden zwei Sickerwassersammelleitungen angeordnet, so dass das gefasste Sickerwasser aus den Sonderflächen getrennt vom übrigen Sickerwasser (Standartflächen) gefasst, zwischengespeichert und analysiert werden kann.
Die Sickerwasserfeldsammler haben an beiden Endpunkten (östl. und westl.) einen Tiefpunkt, in dem jeweils ein Sickerwasserkontrollschacht angeordnet ist. In diesem Schachtbauwerk erfolgt der Anschluss an die jeweilige Sickerwassersammelleitung (Sonder- oder Standartfläche). Des Weiteren ist innerhalb dieser Kontrollbauwerke ein Absperrschieber angeordnet, über den der Abfluss des gefassten Sickerwassers während eines Starkregenereignisses unterbunden werden kann.
In den Sickerwasserzwischenspeichern erfolgen die Sickerwassermengenmessung sowie die Probenahme zur Sickerwasserüberwachung (Analyse). Werden die Grenzwerte zur Ableitung des gefassten Sickerwassers (Kläranlage Buldern/Hiddingsel der Stadt Dülmen) überschritten, erfolgt eine externe Entsorgung. Dier Sickerwasseranalyse erfolgt getrennt für Standard- und Sonderflächen.

Sickerwasserfassung und –ableitung

Abb.: Sickerwasserfassung und –ableitung

Herrichtung und Schüttbetrieb

  1. Herrichtung der Basisabdichtung
  2. Einrichtung Sickerwasserfassung und Ableitung
    Das anfallende Sickerwasser wird jeweils am westlichen und östlichen Ende der Basisabdichtung gefasst und über Sickerwassertransportleitungen dem nordwestlich gelegenem Sickerwasserpumpenschacht im Freigefälle zugeführt. Vom Sickerwasserpumpenschacht erfolgt die Weiterleitung bis zur Kläranlage Buldern/Hiddingsel der Stadt Dülmen über eine Druck- und Freigefälleleitung. Die Sickerwasserfassung der Sonderflächen für gefährliche Abfälle kann von der übrigen Sickerwasserfassung im Bedarfsfall (Grenzwertüberschreitung) entkoppelt werden, um diese Sickerwassermengen getrennt zu speichern und extern schadlos zu entsorgen.
  3. Herrichtung Randwall als:
    • Sichtschutz
    • Lärmschutz
    • Staubschutz
  4. Schüttbetrieb in vier Schüttphasen/Feldern
    Zur Eingriffsminimierung (insbesondere durch Sickerwasseranfall) ist die Verfüllung der Deponie in vier Schüttphasen – aufgeteilt auf zwei Bauabschnitte – vorgesehen. Die Schüttphasen werden durch Trenndammschüttungen voneinander getrennt. Gefährliche Abfälle werden auf Sonderflächen in den Randbereichen der einzelnen Schüttfelder deponiert. So ist gewährleistet, dass dort im Bedarfsfall der Abfall zugänglich bleibt..