„Was sind die Voraussetzungen für das Projekt? Welche Aspekte haben Einfluss auf die Planung und inwieweit wird der Schutz von Natur und Umwelt berücksichtigt? Hier erfahren Sie mehr...”

Maßnahmen zum Schutz der Umwelt und Natur

Folgend sind die von der REMEX Coesfeld GmbH geplanten Maßnahmen zur Vermeidung, Verminderung und zum Ausgleich der durch die Errichtung und den Betrieb der geplanten Deponie verursachten Umweltauswirkungen auf die betroffenen Landschaftspotentiale dargestellt.

  • Verringerung der Deponiefläche und dadurch Erhalt der tatsächlich vorhandenen hochwertigen Biotopstrukturen im Norden der ehemaligen Tongrube (Stillgewässer einschließlich Ufervegetation, Lebensraum streng geschützter Arten).
  • Erhalt der randlich stockenden Gehölze (besonders auch des Feldsperling-Brutreviers) soweit möglich und Schutz der zu erhaltenden Strukturen mittels Bauzaun.
  • Begrenzung der Deponieerhöhung auf ein landschaftsverträgliches Maß, Aufnahme und visuelle Einbindung in die umgebende Waldstruktur
  • Ästhetisch-visuelle Einbindung des Deponiekörpers in die vorhandene Landschaftsstruktur durch angepasste Rekultivierungsmaßnahmen.
  • Zum Schutz des Bodens und des Grundwassers: Herstellung einer Basisabdichtung und gesonderte Fassung von Sickerwasser und Entsorgung über die Kläranlage Dülmen bzw. externe Entsorgung
  • Abwicklung des Baustellenverkehrs über die vorhandenen Wege
  • Als Baustelleneinrichtungsfläche wird die vorhandene Tongrube inklusive Betriebsfläche genutzt, weshalb keine sonstigen zusätzlichen Flächen durch die vorgesehenen Bauarbeiten beansprucht werden.
  • Einleitung von ausschließlich (nährstoffarmem) Oberflächen-/Niederschlagswasser aus extensiver Nutzung
  • Eingriffs- und Ausgleichsbilanzierung erfolgt unter Berücksichtigung der ursprünglichen Rekultivierungsplanung mit entsprechender Ausbildung/ Alter (12 – 14 Jahre).

Die Errichtung und der Betrieb der Deponie erfordert gem. dem Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPG) die Durchführung einer Umweltverträglichkeitsstudie (UVS). Innerhalb dieser UVS wurden die Auswirkungen der geplanten Deponie auf

  • den Mensch
  • das Arten- und Biotoppotential
  • die Sach- und Kulturgüter
  • den Boden- und Wasserhaushalt
  • sowie das Landschaftsbild

untersucht.

Zur Eingriffsminimierung und zum Ausgleich werden unter anderem die folgenden Maßnahmen ergriffen.

  • Werktägliches Abdecken der Sonderflächen mit bindigem Bodenmaterial
  • Ggf. Erhöhung der Materialfeuchte (Staubbindung mittels Beregnung / Bedüsung)
  • Anlieferung von Abfällen in abgeplanten Fahrzeugen bzw. in Behältnissen (z.B. Big-Bags)
  • Ggf. Befeuchtung der Fahrwege (Staubbindung mittels Beregnung / Bedüsung)
  • Einsatz einer Kehrmaschine auf den Fahrflächen
  • Betrieb einer Reifenwaschanlage
  • Randwallschüttung (Höhe ca. 3,0 m) vorlaufend zum eigentlichen Deponiebetrieb/ Abfallschüttung
  • Nutzung der Tongruben- und Betriebsflächen zur Baustelleneinrichtung
  • Weitestgehender Erhalt bestehender Gehölze am östlichen und südöstlichen Rand der geplanten Deponiefläche (Abschirmungswirkung)
  • Sukzessive Verfüllung und damit abschirmende Wirkung durch bereits abgeschlossene Bereiche

Als wesentliches Ergebnis der Umweltverträglichkeitsstudie kann somit folgender Sachverhalt festgestellt werden:

  • Auf die Schutzgüter Gewässer, Grundwasser, Boden, Mensch, Sach- und Kulturgüter sowie Klima/Luftaustausch sind keinerlei erhebliche nachteilige Umweltauswirkungen zu erwarten.
  • Durch das Vorhaben werden keine erheblichen und/oder nachteiligen Beeinträchtigungen des Naturhaushaltes, des Landschaftsbildes oder des örtlichen Klimas im Sinne des Bundesnaturschutzgesetztes oder erheblich nachteilige Umweltauswirkungen im Sinne des UVPG verursacht.
  • Irreversible schädliche Umwelteinwirkungen durch Immissionen im Sinne des Bundesimmissionsschutzgesetzes sind nicht zu besorgen.
  • Es sind keine seltenen, bestandsbedrohten Pflanzenarten oder unersetzbare hochwertige Biotoptypen von dem Vorhaben betroffen.
  • Im Ergebnis der artenschutzrechtlichen Prüfung ist für keine der im Untersuchungsgebiet vorkommenden oder potentiell angenommenen planungsrelevanten Arten die Verbotstatbestände gem. §42 BNatSchG erfüllt. Auch werden keine gem. § 19 BNatSchG für streng geschützte Arten unersetzliche Biotope durch das geplante Vorhaben zerstört.
  • Unter Berücksichtigung der vorgesehenen Maßnahmen zur Vermeidung, zur Minimierung und zum Ausgleich sind keine erheblich nachteiligen Umweltauswirkungen auf das Arten- und Biotoppotential zu erwarten.

Landschaftsbild – Sichtachsenanalyse

Nahbereich

Ermittlung von Sichtbeziehungen zu geplanter Deponie Minimierungsmaßnahmen in Form von gezielten „Sichtschutzpflanzungen“
Beispiele:

Fernbereich

Im Nahbereich der Deponie

Fernbereich

Im Fernbereich

Technische Maßnahmen zur Stilllegung der Anlage (ca. 12 - 14 Jahre nach Baubeginn)

  • Profilierung mit Neigungsverhältnissen von ca. 1:10 bis 1:3
    OK-Rekultivierung angepasst an die umgebenden Waldgebiete. Die Kontur (OK-Rekultivierung) der geplanten Deponie soll dabei in die Kontur der umgebenden Waldgebiete übergehen.
  • Oberflächenabdichtung gem. rechtlichen Vorgaben
    Fassung und Ableitung des sauberen Niederschlagswassers über Drainschicht der Oberflächenabdichtung und gedrosselte Einleitung in die Vorflut (Brunsbach)
    Rekultivierung der Deponiefläche mit Flachwurzler und Rasenansaat in Abstimmung mit der Stadt Dülmen und dem Kreis Coesfeld
  • Durchführung von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen gem. Ergebnis der UVP (Umweltverträglichkeitsprüfung)

Animation 1

Visualisierung aus Blickrichtung Mevenkamp

Animation 1

Visualisierung aus Blickrichtung Gerdemann

Lageplan OK-Rekultivierung und Oberflächenentwässerung

Lageplan OK-Rekultivierung und Oberflächenentwässerung

Spezielle Artenschutzmaßnahmen

Die reale Vegetation im Bereich der ehemaligen Tongrube wird im Norden durch die dortigen Gewässer (Brunsbach und Abgrabungsgewässer) dominiert. Hierzu gehören die gewässerbegleitenden Gehölze (überwiegend Weiden) sowie ein pauschal geschütztes Schilfröhricht (gesetzlich geschützt gem. § 62 LG NRW) am Ufer des Abgrabungsgewässers. Die übrige Fläche der Tongrube wird neben Boden- und Bauschuttmieten geprägt durch großflächige ruderale Staudenfluren mit Übergang zu randlich stockenden Gehölzen (Gebüsch, Hecke mit vereinzelten Baumüberhältern). Hinzu kommen Weidengebüsche.

Neben den geplanten Rekultivierungsmaßnahmen sind zusätzliche Aufwertungsmaßnahmen in den zu erhaltenen Bereichen vorgesehen. Diese Maßnahmen stellen insbesondere Maßnahmen des Artenschutzes dar. Hierzu gehören die Anpflanzung von Schilf zur Entwicklung von Röhrichtzonen, die (Wieder-)herstellung einer vegetationsfreien Steilwand im Uferbereich des Stillgewässers und die Herrichtung eines Ersatzbrutplatzes für den Uhu (Trafohaus) sowie die Herstellung eines Amphibienlaichgewässers.

Zur Konfliktvermeidung wird die Deponiefläche verringert, so dass die in Norden befindlichen oben beschriebenen hochwertigen Bereiche nicht von der Planung betroffen sind. Daraus resultiert der Erhalt des Abgrabungsgewässers einschließlich seiner Ufervegetation.

  • Erhalt des Abgrabungsgewässers für: Uhu, Teíchhuhn und Zwergtaucher
  • Ersatzbrutplatz Uhu
  • Ersatzlaichgewässer
  • Ersatzlebensraum Flussregenpfeifer

Durch die geplanten Maßnahmen zur Rekultivierung und die vorgesehenen „Aufwertungen“ im nördlichen Bereich der ehemaligen Tonabgrabung werden für die ansässigen Tierarten qualitativ mit dem tatsächlichen Bestand vergleichbare sowie höherwertige Biotope geschaffen. Sämtliche betroffene Biotoptypen sind auch nach dem Eingriff in ausreichendem Maße vertreten.