„Was sind die Voraussetzungen für das Projekt? Welche Aspekte haben Einfluss auf die Planung und inwieweit wird der Schutz von Natur und Umwelt berücksichtigt? Hier erfahren Sie mehr...”

Historische Entwicklung und gegenwärtige Situation

Der REMEX Coesfeld Gesellschaft für Baustoffaufbereitung mbH (REMEX) wurde 1996 die Genehmigung zur Verfüllung der ehemaligen Tongrube der Firma Heinrich Schnermann erteilt. Nach Abschluss vorauslaufender Arbeiten wie der Einzäunung des Geländes und dem Abfischen der Wasserfläche wurde Anfang 1998 mit den eigentlichen Verfüllarbeiten der Tongrube I begonnen.
Die Wiederverfüllung der Tongrube I ist mit Ausnahme einer im Norden befindlichen Rest-Wasserfläche von ca. 5.000 m² in weiten Bereichen abgeschlossen, so dass nunmehr die weitere Nutzung der Fläche zu planen ist.

In den Jahren der Wiederverfüllung der Tongruben I und (aktuell) II sowie des Betriebs der Boden- und Bauschuttaufbereitungsanlage hat sich gezeigt, dass in der Region ein erhebliches Aufkommen an Boden und Bauschutt zu entsorgen ist. Jährlich etwa 90.000 t aufbereitete Recycling-Materialien und 100.000 t Boden zur Verfüllung sprechen für sich. Wir sehen daher einerseits den weiteren Bedarf einer Boden- und Bauschuttaufbereitungsanlage für gering belastete Abfälle an diesem Standort. Andererseits wollen wir den durch die Schließung anderer Deponien im Kreis Coesfeld in den letzten Jahren entstandenen steigenden Bedarf einer Deponie für nicht verwertbare mineralische Abfälle der Deponieklasse I decken.
(s. auch Standortwahl und rechtliche Grundlagen)

Vor diesem Hintergrund plant die REMEX die Errichtung einer Deponie der Klasse I mit einem Volumen von 860.000 m3 sowie den Betrieb der mobilen Boden- und Bauschuttaufbereitungsanlage (analog dem derzeitigem Betrieb) auf der derzeitigen Betriebsfläche. Der Einsatz der Brechanlage soll dabei ca. 8 – 10 Mal pro Jahr bei einer jeweiligen Einsatzdauer von ca. zwei Tagen erfolgen. Die Planung der Deponie sieht eine Betriebsdauer von ca. 15 Jahren vor.

Gegenstand der Maßnahme ist die mit dem Betrieb der Deponie verbundene Basisabdichtung mit Einrichtungen zur Fassung und Ableitung von Sickerwasser, die Verfüllung der Deponie bei einem nach derzeitigem Planungsstand vorgesehenen Einlagerungsvolumen von ca. 860.000 m³ sowie der Abschluss und die Rekultivierung der abgeschlossenen Bereiche.

Schonung der freien Landschaft durch Einsatz bisheriger Nutzflächen

Mit der geplanten Deponie (Klasse I, gem. DepV) auf dem Standort einer derzeit verfüllten ehemaligen Tongrube kann eine wirtschaftlich und ökologisch sinnvolle Entsorgung bzw. Deponierung (zugelassener Abfallarten) erfolgen, ohne weitere ökologisch höherwertige Standorte erschließen bzw. in Anspruch nehmen zu müssen. Dies entspricht einer Schonung von freier Landschaft im Sinne der Eingriffsvermeidung.
So werden durch das Vorhaben überwiegend bereits stark anthropogen überformte Bereiche (bergbaulich vorgenutzt, aufgrund der bislang erfolgten Abgrabung und Wiederverfüllung) genutzt, so dass eine erheblich nachteilige Beeinträchtigung des Schutzgutes Landschaft nicht zu befürchten ist.

Erster Überblick: Planungen zur Anlage, Abfallarten und Rekultivierung

Technische Herrichtungsmaßnahmen zum Weiterbetrieb der Anlage und zeitlicher Ablauf

  • Geländeprofilierung zur Herstellung des Bauplanums
    Herrichtung des Basisabdichtungssystems bestehend aus:
    Ausgleichsschicht
    Kunststoffdichtungsbahn
    Schutzschicht
    Entwässerungsschicht
    Trennvlies
  • Einrichtung der Sickerwasserfassung und -ableitung (getrennt nach Ablagerungsflächen) zur:
    Weiterleitung Kläranlage
    Externen Entsorgung bei Grenzwertüberschreitung
  • Bauzeit und Ablauf:
    Die Herstellung der Basisabdichtung und die Verfüllung der Deponie erfolgt in zwei Bauabschnitten:
    1. Bauabschnitt
    Bauzeit ca. 16 Wochen (ab Genehmigung)
    Verfüllzeit ca. 7 – 9 Jahre
    2. Bauabschnitt
    Bauzeit ca. 16 Wochen (nach weitestgehender Verfüllung 1. Bauabschnitt)
    Verfüllzeit ca. 5 – 6 Jahre

Beantragte Abfallarten (Stand: 07.03.2011)

  • Antrag: 170 Abfallarten aus 9 Herkunftsbereichen
  • Ca. 50% der beantragten Abfallarten sind Bau- und Abbruchabfälle oder stammen aus thermischen Prozessen.
  • 11 potentiell gefährliche Abfälle; davon 3 „asbesthaltige Abfallarten“ aus 3 Herkunftsbereichen:
    9 Bau- und Abbruchabfälle (inkl. Asbest)
    1 Oberflächenbehandlung (Strahlsand etc.)
    3 Abfallbehandlung

Weitere Informationen zu asbesthaltigen Abfallarten und deren Einstufung finden Sie unter dem Menüpunkt Sichere Entsorgung.

Rekultivierung

Rekultivierung der Flächen nach Abschluss der geplanten Deponie, mit Änderungen gegenüber der planfestgestellten Rekultivierungsplanung.
Ca. 25 m Endhöhe-Rekultivierung über dem Geländeniveau, angepasst an die umgebenden Waldgebiete.

Animation 1

Visualisierung aus Blickrichtung Mevenkamp

Animation 1

Visualisierung aus Blickrichtung Gerdemann